..about loneliness and love..


Jeder lebt für sich allein. Jeder Mensch ist allein. Auch wenn das Alleinsein auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. Natürlich, man ist immer von Menschen umgeben, man wächst mit anderen Menschen auf, man geht Beziehungen mit Menschen ein, doch trotzdem ist man immer für sich allein. Niemand kann in einen hineingucken. Jeder muss sein Leben alleine stämmen. Jeder muss seinen Weg alleine gehen. Man wird alleine geboren und man wird alleine sterben. Die Wut, die man in sich fühlt, die muss man alleine durchstehen und ihre Ursache finden. Die Schmerzen die man fühlt, die fühlt kein anderer. Ängste die man hat, sind von außen betrachtet oft schwer für andere zu verstehen. Niemand kann einen die Lasten abnehmen. Die Einsamkeit ist oftmals am stärksten. Einsamkeit. Was ist das für ein Gefühl? Kein angenehmes. Einsamkeit begegnet einen öfters als einem lieb ist. Plötzlich ist sie da. Alleine auf der Couch oder mitten in einer Gruppe von Menschen. Hat dieses Gefühl eine Funktion? Was will es mir sagen? Ist es besser in der Einsamkeit auszuharren oder ihr entgegenzuwirken? Oftmals will man ihr entgegenwirken, aber man kann nicht. Wenn man jemanden erreichen will, sind alle anderen nicht erreichbar. Als ob man auf einer einsamen Insel mitten im Ozean ist. So kann man Einsamkeit beschreiben. Ist Einsamkeit schlecht? Oder ist sie gut? Kann sie nur gut oder nur schlecht sein? Niemand will einsam sein. Es ist gegen die menschliche Natur. Alleine können Menschen nicht überleben. In Einsamkeit kann niemand aufwachsen. Man braucht seine Eltern oder andere Menschen die einen groß ziehen. Man braucht außerdem deren Liebe. Ohne die Liebe anderer könnte man nicht überleben. Zumindest solange man noch ein Kind ist und allen Gefahren des Lebens hilflos ausgesetzt ist. Man braucht jemanden der einen erzieht, der einem die Welt zeigt. Aber wenn man erwachsen ist, kann man dann ohne Liebe anderer auskommen? Oder ist Liebe dann nur noch ein sekundäres Gefühl? Mit Liebe ist das Leben schöner. Aber würde man sterben, wenn einen niemand liebt? Oder genügt es dann, wenn ich mich selbst liebe, mich selbst so annehme wie ich bin? Gerade das ist es doch, was uns Menschen, wenn wir erwachsen sind fehlt. Wir denken wir bräuchten die Liebe von außen, die Lieber anderer Menschen, doch es ist die Liebe zu uns selbst, die wir so sehr vermissen, die wir ein Leben lang suchen. Wenn wir uns nicht selbst lieben, dann können andere uns nicht lieben, so heißt es. Kann ich mich nur dann selbst lieben, wenn mich andere Menschen lieben? Müssen andere Menschen mir die Liebe zu mir selbst beibringen? Wenn ich nicht gelernt habe zu lieben, kann ich dann nicht lieben? Andere nicht und erst recht mich selbst nicht? Liebe ist ein ewiger Kreislauf. Liebe hat keine Ecken. Liebe ist rund. Sie hat kein Anfang und sie hat kein Ende. Welche Liebe war zuerst da? Die Selbstliebe oder die Liebe anderer Menschen? Eine Frage die wohl unbeantwortet bleibt. Liebe und alle Gefühle dieser Welt sind nicht greifbar. Wir wollen unsere Gefühle einfangen, sie in ein Glas tun und nie wieder befreien. Und uns somit versichern, dass dieses Gefühl immer bei uns bleibt. Aber Gefühle leben von Freiheit. Sie kommen und gehen, wann immer sie wollen. Genauso verhält es sich mit den unangenehmen Gefühlen, die wir nicht haben wollen. Wir versuchen sie auszusperren, nicht hereinzulassen, sie zu bekämpfen. Aber Gefühle finden selbst die kleinste Ritze, durch die sie hindurch schlüpfen können und dann nisten sie sich im Kopf ein. Und gehen erst dann wieder, wenn sie es entscheiden. Man muss lernen mit seinen Gefühlen zu leben. Sie auszuhalten. Man kann Gefühle übertönen, mit lauter Musik, mit Krach, mit tanzen durch die ganze Nacht, man kann sie im Rauch vernebeln, sie im Alkohol ertränken, einen sexuellen Kontakt nach dem nächsten erleben. Doch früher oder später sind sie wieder da und dann vielleicht stärker als je zuvor. Und dann muss man sich mit den Gefühlen auseinandersetzen. Meistens dann, wenn man schon zu weit unten ist, dann merkt man, dass das Gefühl die ganze Zeit da war. Es hat einen so sehr nach unten gedrückt. Das Gefühl. Dein Feind und dein Freund. Gefühle wollen uns lediglich den Weg zeigen, sie wollen mit uns interagieren, uns helfen, ein Freund sein. Doch wir machen die Gefühle zu unseren Feinden. Wenn man nun die Einsamkeit auf einmal intensiv spürt, obwohl man sie vorher so erfolgreich verdrängt hat, dann ist diese Einsamkeit wahrscheinlich intensiver als wenn man sich schon im Vornherein mit ihr beschäftigt hätte. Nun ist man gezwungen. Man sieht die anderen Menschen. Die anderen glücklichen Menschen. Die zu der Gruppe der glücklichen gehören, bei der man ausgeschlossen ist. Man kann nicht mitlachen. Alles scheint gegen einen zu sein. Doch die einzige Person, die nicht gegen dich ist, das bist du. Du. Du bist so kostbar. Und so gehe auch mit dir um. Deine Seele bewohnt deinen Körper, also gehe gut mit ihm um. Pflege ihn. Du bist es dir wert. Und nun stelle dir die Frage: Kann ich alleine glücklich werden? Muss ich mich mit Menschen umgeben, damit ich glücklich sein kann? Sind andere Menschen für mein Glück verantwortlich? Bin ich nicht selbst mein Glück? Du bist in der Verantwortung dein Leben so zu leben und so zu gestalten wie es dir gefällt. Niemand anderes. Allein sein ist nicht schlimm. Allein sein ist erfüllend. So wie jedes andere Gefühl auch. Es kann sich erfüllen in dir.

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